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VHS-Frankfurt
„WAS BLEIBT...“
MAN-Werkssiedlung in Mainz-Gustavsburg
Die Werksleitung der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg - heute MAN - verließ um 1900 die üblichen Pfade, als sie den Auftrag erhielt, die Mainzer Südbrücke zu bauen und für die Arbeiter Unterkünfte vor Ort brauchte. Sie ließ den Geheimen Oberbaurat Karl Hoffmann ans Reißbrett, um ein "hübsches anheimelndes Gesamtbild zu schaffen". So wuchs Stück für Stück die Arbeitersiedlung am Cramer-Klett-Platz in Gustavsburg vor den Toren von Mainz empor, zu der schließlich 40 Häuser mit 100 Wohnungen gehörten.
Um Eintönigkeit zu meiden, bekam jede Familie einen eigenen Hauseingang und individuell gestalteten Garten. Auch unterschieden sich die Häusertypen der Eck-, Doppel- und Vier-Familienhäuser, um für eine Abwechselung in der Siedlung zu sorgen, die bis heute währt.
Ihr Grundriss gleicht einem Rechteckraster, die Straßen verlaufen parallel zueinander. Während der Planungsphase rückten die am Entwurf Beteiligten jedoch von der strengen Symmetrie ab, um sich eher am Vorbild eines organisch gewachsenen Dorfes aus der vorindustriellen "heilen" Zeit zu orientieren. Die ursprünglich als gerade geplante Straße, die mitten durch die Siedlung führte, verwandelten sie in eine leicht geschwungene Straße, und der Cramer-Klett-Platz lag auch nicht mehr haargenau in der Mitte der Kolonie.
Symmetrie 1Symmetrie 2EcksituationTiefen-StaffelungSymmetrie 3
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